LED Kennzeichnung

LED Kennzeichnung verstehen: Alle Symbole, Normen und Vorschriften im Überblick

Sie stehen vor einem LED-Produkt und fragen sich, welche Symbole und Zeichen wirklich relevant sind? Die Verpackung einer LED enthält zahlreiche Informationen in Form von Bildern, Abkürzungen und Symbolen, die den Kauf eines passenden Leuchtmittels erleichtern sollen. Für Gewerbetreibende ist das korrekte Verständnis dieser Kennzeichnung entscheidend – sowohl für die Rechtskonformität als auch für die optimale Produktauswahl.

Die wichtigsten Kennzeichnungsarten

  • CE-Kennzeichnung – Pflichtzeichen für EU-Marktzugang

  • IP-Schutzarten – Schutz gegen Wasser und Fremdkörper

  • Energielabel – Effizienzklasse A bis G seit September 2021

  • VDE/GS-Zeichen – Geprüfte Sicherheit durch unabhängige Institute

Bulb 1 – David Communication

LED Kennzeichnung - welcher Anschluss ist Plus, welcher Minus?

Damit eine LED Licht abgibt, muss der Stromfluss in die richtige Richtung erfolgen – sie muss also in Durchlassrichtung betrieben werden. Das bedeutet konkret: Die Anode (A) wird mit dem Pluspol (+) verbunden, die Kathode (K) mit dem Minuspol (-).

 

Doch woran erkennt man bei der LED Kennzeichnung, welcher Anschluss welcher ist? Es gibt zwei zuverlässige Merkmale:

 

Der einfachste Weg führt über die Beinlänge. Der kürzere der beiden Drähte gehört zur Kathode, der längere ist die Anode. Sind beide Anschlüsse hingegen gleich lang – etwa weil sie nachträglich gekürzt wurden – hilft ein Blick auf das Gehäuse weiter. Am unteren Rand des LED-Kopfes befindet sich eine leicht abgeflachte Stelle. Diese Abflachung markiert immer die Seite der Kathode.

 

Mit diesen beiden Erkennungsmerkmalen lässt sich die korrekte LED Kennzeichnung in der Praxis schnell und sicher bestimmen.

IP-Schutzarten: Kennzeichnung einfach erklärt

Die IP-Schutzart (International Protection) ist eine europäisch genormte Kennzeichnung, die angibt, wie gut ein elektrisches Gerät gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist. Der Code besteht aus zwei Ziffern: Die erste steht für den Schutz gegen Fremdkörper und Berührung, die zweite für den Schutz gegen Wasser – ist eine der beiden Eigenschaften nicht relevant, wird die entsprechende Stelle durch ein X ersetzt. Gerade bei Leuchten ist die zweite Ziffer entscheidend, da der Kontakt von Wasser und Strom erhebliche Gefahren birgt.

 

In der folgenden Tabelle finden Sie die Bedeutung der IP Ziffern:

 

1. Ziffer:
Schutz vor Fremdkörpern und Berührung
2. Ziffer:
Schutz vor Wasser
ZifferBedeutungZifferBedeutung
0kein Schutz0kein Schutz
1Schutz gegen feste Fremdkörper (mehr als 50 mm Durchmesser)
Schutz gegen großflächige Berührungen (z. B. mit dem Handrücken)
1Schutz gegen Tropfwasser
2Schutz gegen feste Fremdkörper (mehr als 12 mm Durchmesser)
Schutz gegen Berührungen mit dem Finger
2Schutz gegen Tropfwasser bei Neigung des Gerätes bis zu 15 Grad
3Schutz gegen feste Fremdkörper (mehr als 2,5 mm Durchmesser)
Schutz gegen Berührungen mit Werkzeug und Drähten (Durchmesser ≥ 2,5 mm)
3Schutz gegen Sprühwasser bei Neigung des Gerätes bis zu 60 Grad
4Schutz gegen feste Fremdkörper (mehr als 1 mm Durchmesser)
Schutz gegen Berührungen mit Werkzeug und Drähten (Durchmesser ≥ 1 mm)
4Schutz gegen Spritzwasser von allen Seiten
5Schutz gegen Staub in schädigender Menge
Vollständiger Schutz gegen Berührungen
5Schutz gegen Strahlwasser aus beliebiger Richtung
6Vollständiger Schutz vor Staubeintritt
Vollständig geschützt gegen Berührungen
6Schutz gegen starkes Strahlwasser
  7Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen für bis zu 30 Minuten und einem Meter Wassertiefe
  8Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen (Wassertiefe von Hersteller abhängig)
  9Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung

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Warum LED Kennzeichnungen so wichtig sind

Korrekte LED-Kennzeichnung reduziert Komplexität, anstatt sie zu erhöhen. Sie verwandelt technische Anforderungen in klare Entscheidungskriterien.

LED Produktkategorien und ihre spezifischen Kennzeichnungen

LED-Industriebeleuchtung

Relevante Normen für den industriellen Einsatz:

  • IK-Schutz – Mechanische Stoßfestigkeit nach EN 62262 (IK00 bis IK10)

  • Vibrationsfestigkeit – Wichtig für Maschinen- und Produktionsumgebungen

  • ATEX-Zertifizierung – Pflicht in explosionsgefährdeten Bereichen

 

LEDs sind bruchfester als Glaslampen und unempfindlicher gegen Erschütterungen. Typische Anwendungen umfassen Hallenbeleuchtung, Maschinenarbeitsplätze und Außenbereiche mit hoher Beanspruchung.

Verfügbare Schutzgrade ab Lager: IP65, IP66, IP67. Leistungsklassen von 50W bis 500W für verschiedene Einsatzgebiete.

LED-Notbeleuchtung

Pflichtangaben nach DIN EN 1838:2025 und EN 50172:

  • Mindest-Beleuchtungsstärke für Rettungswege: 1 Lux

  • Antipanikbereiche: 0,5 Lux

  • Gleichmäßigkeitsverhältnis Emax/Emin ≤ 40:1

 

Die Batterielaufzeit muss mindestens 60 Minuten betragen. Selbsttest-Funktionen vereinfachen die Wartung nach ASR A2.3. Digitale Beschilderung vermittelt Botschaften emotional und informativ – auch bei Rettungszeichen.

Wartungsfreie Lösungen mit Langzeit-Zertifizierung reduzieren den Prüfaufwand. Die Lebensdauer einer LED wird auf der Verpackung in Stunden angegeben.

LED-Hallenbeleuchtung

UGR-Bewertung:

Der Schutzgrad (IP-Code) ist für feuchte Räume oder Außenbereiche entscheidend. UGR ≤ 19 ist Standard für Bildschirmarbeitsplätze. Unsere Hallenstrahler erfüllen diese Anforderung.

 

Wartungsfaktoren und Lebensdauer:

LED-Lampen haben eine Lebensdauer von bis zu 50.000 Stunden. Lichtstromerhalt (LxxBy-Werte) dokumentiert die langfristige Leistung.

 

Energieeffizienz-Kennzeichnung:

Das Energieeffizienzlabel wird seit September 2021 mit einer neuen Skala von A bis G verwendet. Die Energieeffizienzklasse auf der LED-Verpackung wurde neu eingeteilt, um den Verbrauch und die Effizienz der Leuchtmittel besser darzustellen. Hocheffiziente LED-Leuchten können für Förderprogramme qualifizieren.

Häufig gestellte Fragen zur LED Kennzeichnung

Das CE-Zeichen bestätigt, dass ein Produkt alle gesetzlichen EU-Anforderungen erfüllt. Der Hersteller erklärt damit die Konformität mit relevanten Richtlinien wie Niederspannungs- und EMV-Richtlinie. CE ist keine Qualitätsauszeichnung, sondern Voraussetzung für das Inverkehrbringen in der EU.

IP44 schützt gegen feste Fremdkörper ab 1mm und Spritzwasser aus allen Richtungen. IP65 bietet vollständigen Staubschutz und Schutz gegen Strahlwasser. Im Außenbereich gelten besondere Anforderungen an die Schutzklassen von LED-Leuchten. IP44 eignet sich für überdachte Bereiche, IP65 für direkte Witterungseinflüsse.

CE-Kennzeichnung ist grundsätzlich Pflicht. Je nach Einsatzort kommen hinzu: IP-Schutzart (mindestens IP65 für staubige Umgebungen), IK-Stoßfestigkeit, und bei explosionsgefährdeten Bereichen ATEX-Zertifizierung. UGR-Werte sind für Arbeitsplätze mit Bildschirmtätigkeit vorgeschrieben.

ATEX-konforme Produkte tragen das Ex-Symbol (stilisiertes “Ex” im Sechseck) mit Angabe der Gerätegruppe und -kategorie. Die Kennzeichnung enthält Informationen zur Zoneneinteilung und Temperaturklasse. Prüfzertifikate einer benannten Stelle müssen vorliegen.

DIN EN 1838:2025 definiert lichttechnische Anforderungen. EN 50172 regelt die Installation und Prüfung. ASR A2.3 legt Wartungsintervalle fest. Rettungswege benötigen mindestens 1 Lux, Antipanikbereiche 0,5 Lux. Die Akku-Betriebsdauer muss mindestens 60 Minuten betragen.

EMV-Konformität nach Richtlinie 2014/30/EU ist für alle LED-Produkte in der EU Pflicht. Die Prüfung stellt sicher, dass die Leuchte keine störenden Emissionen verursacht und selbst störfest ist. Für Automotive-Anwendungen gelten zusätzliche Normen wie CISPR 15.

Die CE-Kennzeichnung hat keine Ablaufzeit, solange das Produkt unverändert bleibt. VDE- und GS-Zeichen werden typischerweise für 5 Jahre vergeben. ATEX-Zertifikate gelten unbefristet, erfordern aber regelmäßige Audits. Bei Produktänderungen ist eine Neuzertifizierung erforderlich.

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